Sechs Dinge, die man 2026 über die Struktur des Medizinal-Cannabis-Markts wissen muss.
Für europäische Anleger, die die aktuelle Position von Medizinal-Cannabis im Pharmamarkt verstehen wollen.
Seit dem 1. April 2024 ist Medizinal-Cannabis in Deutschland ein reguläres, rezeptpflichtiges Arzneimittel. Die Daten der Bundesopiumstelle zeigen den Effekt klar.
72 Tonnen Import 2024. 201 Tonnen Import 2025. Ein Plus von 176 Prozent in einem einzigen Kalenderjahr. Die Prognose der Branche für 2026 liegt bei rund 250 Tonnen. (BfArM-Statistik)
Trotzdem notieren Tilray, Aurora Cannabis und Canopy Growth alle über 80 Prozent unter ihren Höchstständen von 2021. Deutsche Privatanleger, die damals eingestiegen sind, bezeichnen die Positionen in Finanzforen inzwischen offen als Totalverlust. Beides gilt gleichzeitig: der Markt wächst dreistellig, die Aktien sind im Abverkauf.
Der Unterschied liegt in der Struktur des deutschen Marktes. Hier sind sechs Dinge, die man darüber wissen sollte, und darüber, welches Unternehmen gerade als eines der wenigen in diesem Sektor profitabel ist, ohne an einer Börse notiert zu sein.
Der deutsche Markt ist nicht der nordamerikanische.
In Nordamerika ist Cannabis ein Freizeitprodukt. Verkauft wird in Dispensaries, ohne Rezept, und der strukturelle Fluch dieses Marktes ist seit Jahren das Überangebot. Jeder US-Bundesstaat, der legalisiert, öffnet ein eigenes Versorgungssystem, und jedes überschüssige Kilogramm drückt den Preis für alle.
In Deutschland ist Medizinal-Cannabis ein rezeptpflichtiges Arzneimittel. Es wird in Apotheken abgegeben, nicht in Dispensaries. Die Erzeuger müssen EU-GMP-zertifiziert sein. Die durchschnittlichen Endkundenpreise lagen laut Prohibition Partners im Juli 2025 bei 8,28 Euro pro Gramm – stabil genug, dass die Unternehmen hier mit Rohmargen arbeiten können, die in Nordamerika seit Jahren nicht mehr möglich sind.
Die Daten der BfArM-Bundesopiumstelle zeigen den Effekt klar: Die Importmengen vervielfachten sich von rund 20 Tonnen 2021 auf 201 Tonnen 2025. Die geschätzte Patientenzahl liegt Ende 2025 bei etwa 800.000.
Ein Vergleich verdeutlicht das Potenzial: In Kanada existiert ein Freizeitmarkt – und trotzdem deckt der Medizinalmarkt dort rund drei Prozent der Bevölkerung ab. In Deutschland gibt es keinen Freizeitmarkt, der Medizinalbereich erreicht aktuell aber erst knapp ein Prozent der Bevölkerung. Das absehbare Wachstum ist strukturell, nicht spekulativ.
Die Frage für einen deutschen Anleger lautet deshalb nicht, ob man an Cannabis glaubt. Sie lautet, ob man den strukturellen Unterschied zwischen einem Rezept- und einem Freizeitmarkt anerkennt.
Nicht alle Cannabis-Märkte funktionieren gleich – und die Bewertungen spiegeln das noch nicht wider.
Die bekanntesten börsennotierten Cannabis-Unternehmen notieren im April 2026 deutlich unter ihren Höchstständen von 2021. Die Kursentwicklung ist das Ergebnis von Märkten, die auf Freizeitkonsum und Massenvolumen ausgelegt waren – mit den entsprechenden Überangebotsdynamiken.
Kurse April 2026, jeweils gegen den 2021er Höchststand. TLRY: $230,40 → $6,89 (−97,0 %). ACB: $106,40 → $3,51 (−96,7 %). CGC: $270,50 → $1,20 (−99,6 %). Quelle: Yahoo Finance.
Der strukturelle Unterschied liegt nicht in der Pflanze, sondern im Marktmodell. Nordamerikanische Anbieter haben auf Freizeitkonsum-Märkte optimiert: Dispensaries, Massenvolumen, Preisdruck durch Überangebot. Der deutsche Markt funktioniert nach Arzneimittelrecht: Rezept, Apotheke, EU-GMP-Zertifizierung. Das sind unterschiedliche Geschäfte mit unterschiedlichen Margenprofilen.
Die Frage nach einem deutschen Anbieter ist deshalb nicht identisch mit der Frage nach einer nordamerikanischen Cannabis-Aktie.
Nur drei deutsche Unternehmen verarbeiten Medizinal-Cannabis in eigenen EU-GMP-zertifizierten Anlagen.
Der deutsche Markt importiert den weitaus größten Teil seiner Rohware aus Kanada, Portugal, Dänemark, Mazedonien und einigen weiteren Ländern. Das eigentliche Nadelöhr liegt aber nicht beim Import, sondern bei der Weiterverarbeitung zu einer GMP-konformen Apothekenware.
GMP steht für Good Manufacturing Practice. Für Medizinal-Cannabis in Europa bedeutet das unter anderem eine Anlage mit kontinuierlicher Dokumentation, validierter Verpackungslinie, Chargenrückverfolgung und regelmäßiger behördlicher Inspektion. Damit wird die gleichbleibend hohe Qualität der Produkte vom Anbau bis zur Abgabe sichergestellt. Wer keine solche Anlage betreibt, kann Rohware einkaufen, aber kein verkaufsfertiges Arzneimittel in die Apotheke liefern, ohne auf einen Lohnhersteller auszuweichen.
Nach der Analyse von Zuanic & Associates aus dem vierten Quartal 2024 verfügen in Deutschland genau drei Unternehmen über eine eigene EU-GMP-Verarbeitungsanlage für Medizinal-Cannabis. Die meisten anderen Lieferanten arbeiten mit Auftragsverpackung und sind damit auf externe Verarbeitungskapazitäten angewiesen.
Canify AG gehört zu diesen drei Unternehmen – und ist als einziges davon durch den geplanten Zusammenschluss mit einem EU-GMP-zertifizierten Produzenten auch upstream vertikal integriert, vom Anbau bis zur Abgabe an die Apotheke.
Es ist ein drei Unternehmen großer Markt innerhalb eines Marktes, der sich 2025 um 176 Prozent vergrößert hat. Wer in diesem Segment arbeitet, sitzt an einer Stelle, die sich nicht über Nacht replizieren lässt. Eine EU-GMP-Anlage aufzubauen und zertifiziert zu bekommen, dauert typischerweise 18 bis 30 Monate. Erst dann kann die erste Charge verkauft werden.
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In 90 Sekunden prüfen →Der Markt wuchs 2025 um 176 Prozent. Einzelne Anbieter wuchsen deutlich schneller.
Ein dreistelliges Marktwachstum allein ist noch keine Investmentthese. Interessant wird die Frage, welche einzelnen Anbieter schneller wachsen als der Markt selbst, weil genau dort Marktanteil verteilt wird.
Deutsche Medizinal-Cannabis-Importe 2024 gegen 2025. Quellen: BfArM-Bundesopiumstelle, Prohibition Partners.
Für einzelne Anbieter innerhalb des deutschen EU-GMP-Segments sind Wachstumszahlen selten öffentlich, weil die meisten Unternehmen im Privatbesitz sind. Canify AG meldete für die ersten neun Monate 2025 einen Umsatz von 15,1 Millionen Euro – mehr als das Doppelte des gesamten Vorjahresumsatzes von 7,6 Millionen Euro.
Wer in einem Markt, der selbst um 176 Prozent wächst, noch einmal deutlich schneller wächst, gewinnt Marktanteil an genau der Stelle, an der sich die strukturelle Kapazität gerade erst aufbaut.
Die Unternehmen, die hier gerade Marktanteile gewinnen, sehen anders aus als typische Cannabis-Startups.
Cannabis-Schlagzeilen kommen aus Toronto, San Francisco und Denver. Eine deutsche EU-GMP-Anlage entsteht in Leipheim, Bayern, auf einem ehemaligen Fliegerhorst.
Canify AG ist 2022 aus der Fusion der dänischen Canify AS mit der bayerischen Bavaria Weed entstanden. Firmensitz ist Herrsching, die EU-GMP-zertifizierte Verarbeitungsanlage befindet sich in Leipheim. Der Vertrieb erfolgt ausschließlich über Apotheken und Großhändler auf Rezept. Seit der zweiten Jahreshälfte 2024 schreibt das Unternehmen nach eigenen Angaben schwarze Zahlen.
In den ersten neun Monaten 2025 erzielte Canify laut eigenen Angaben rund 15,1 Millionen Euro Umsatz – das Doppelte des gesamten Vorjahresumsatzes. Das operative Ergebnis für diesen Zeitraum lag bei plus einer Million Euro. Der Umsatzvergleich gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum entspricht einem Wachstum von rund 250 Prozent.
Preisstufen laut Wertpapierinformationsblatt. Der IPO-Schritt ist eine Planung, kein zugesagter Preis.
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Das Nadelöhr in diesem Markt ist die Verarbeitungskapazität, nicht der Rohstoff. Eine EU-GMP-zertifizierte Anlage in Deutschland aufzubauen und zertifizieren zu lassen dauert 18 bis 30 Monate. Wer diese Infrastruktur betreibt, kann liefern, solange die Nachfrage wächst.
Sascha Mielcarek · CEO Canify AG
Der Vorstandsvorsitzende, Sascha Mielcarek, kommt aus der Pharmaindustrie – unter anderem als Global Head bei Grünenthal – nicht aus dem Recreational-Cannabis-Umfeld. Komplettiert wird der Vorstand durch Sebastian Pötzsch (CFO), Silvia von Pistor und Arne Wilkens.
Im März 2026 hat Canify AG ein Memorandum of Understanding zur Fusion mit einem EU-GMP-zertifizierten Produzenten in Afrika unterzeichnet. Der geplante Zusammenschluss schafft eine vollständig vertikal integrierte Wertschöpfungskette, die im europäischen Medizinal-Cannabis-Markt in dieser Form bisher nicht existiert.
Vollständig vertikal integrierte Wertschöpfungskette nach dem geplanten Zusammenschluss. Der Merger steht unter dem Vorbehalt der finalen vertraglichen Ausgestaltung sowie regulatorischer Genehmigungen.
Der gemeinsame Konzern hat kommerzielle Präsenz in mehr als sieben Ländern, darunter Deutschland, Großbritannien, Australien und Polen.
Ein zweiter Punkt, der in dieser Kategorie selten ist: Canify hat bereits eine dokumentierte Rückzahlungshistorie aus dem Retail-Bereich. Die 9-Prozent-Unternehmensanleihe mit der WKN A351U3 wird laut der Anleihen-Übersicht von finanzen.net planmäßig am 15. Juni 2026 zurückgezahlt. Eine zweite Anleihe (6 Prozent, WKN A3823F) läuft bis Ende 2026. Das ist eine Zins- und Rückzahlungsspur, die Erstemittenten in diesem Sektor per Definition nicht haben können.
Die aktuelle Kapitalerhöhung wurde in ihrem BaFin-gestatteten Wertpapierinformationsblatt mit einem zweistufigen Preispfad festgelegt: 148 Euro pro Aktie bis 31.12.2025, 165 Euro pro Aktie ab 01.01.2026. Wer heute zeichnet, zahlt die 165 Euro. Das plus 11,5 Prozent Re-Pricing ist bereits erfolgt, nicht angekündigt. Der nächste angekündigte Preissprung ist der geplante Börsengang an der Frankfurter Wertpapierbörse, angedacht für Ende 2028.
Die meisten Privatanleger bekommen keinen Zugang zu einer Pre-IPO-Runde. In Deutschland ist das anders.
In den meisten Ländern und für die meisten Unternehmen passiert eine Pre-IPO-Runde ausschließlich zwischen dem Emittenten und institutionellen Investoren oder sehr vermögenden Einzelpersonen. Ein deutscher Privatanleger mit 10.000 oder 25.000 Euro Anlagekapital ist in diesem Prozess strukturell nicht vorgesehen.
In Deutschland gibt es eine Ausnahme. Unter dem Wertpapierprospektgesetz können Emittenten bis zu einem Emissionsvolumen von 8 Millionen Euro anstelle eines vollständigen Verkaufsprospekts ein Wertpapierinformationsblatt, kurz WIB, veröffentlichen. Das WIB muss von der BaFin gestattet werden. Es ist kürzer als ein Prospekt, aber trägt die gleiche gesetzliche Haftungskette nach § 11 WpPG.
Canify hat diesen Weg gewählt. Die aktuelle Emission umfasst 36.698 Aktien zu 165 Euro, die Mindestzeichnung liegt bei 20 Aktien, also 3.300 Euro. Die Zeichnungsphase läuft bis zum 15. Oktober 2026. Emissionsbegleiter ist Hinkel & Cie. Vermögensverwaltung AG, ein seit 2000 BaFin-regulierter Vermögensverwalter in Düsseldorf.
Eine Einschränkung, die vor einem Gespräch geklärt werden sollte: Die Zeichnung setzt ein klassisches Wertpapierdepot bei einer Bank voraus. Neo-Broker wie Trade Republic, Scalable Capital oder Finanzen.net Zero sind technisch nicht in der Lage, nicht börsennotierte Aktien zu verbuchen. Dasselbe gilt für Fondsdepots und verwaltete Depots. Wer in einer dieser Kategorien sein Hauptdepot führt, braucht für eine Zeichnung ein zweites Bankdepot – die Eröffnung dauert unter zehn Minuten.
Das ist der Punkt, an dem der folgende 90-Sekunden-Check ansetzt. Fünf Fragen, Depotart, Zeichnungskategorie, Budgetrahmen, Zeithorizont. Keine Zeichnungspflicht, keine automatische Beratung. Nach dem Check entscheiden Sie selbst, ob Sie ein Erstgespräch mit dem Canify IR-Team buchen, das BaFin-gestattete WIB herunterladen oder direkt in die Zeichnungsstrecke bei Hinkel & Cie. wechseln wollen.
Eigene EU-GMP-Verarbeitungsanlage. Pre-IPO-Zeichnung auf Basis BaFin-gestatteten WIB.
Canify AG ist ein EU-GMP-zertifizierter Hersteller und Lieferant von Medizinal-Cannabis für den deutschen Apothekenmarkt. Sitz: Herrsching, Bayern. Verarbeitungsanlage: Leipheim. Seit der zweiten Jahreshälfte 2024 laut eigener Pressemitteilung profitabel. Im März 2026 hat Canify AG ein Memorandum of Understanding zur Fusion mit einem EU-GMP-zertifizierten Produzenten unterzeichnet – der Zusammenschluss schafft eine vollständig vertikal integrierte Plattform mit kommerzieller Präsenz in mehr als sieben Ländern.
Vorstand: Sascha Mielcarek (CEO, Pharma-Hintergrund u.a. Grünenthal), Sebastian Pötzsch (CFO), Silvia von Pistor, Arne Wilkens.
Die aktuelle Kapitalerhöhung erfolgt auf Basis eines BaFin-gestatteten Wertpapierinformationsblatts nach § 4 Abs. 2 WpPG. Emissionsbegleiter ist Hinkel & Cie. Vermögensverwaltung AG (BaFin-reguliert seit 2000). Ein Börsengang an der Frankfurter Wertpapierbörse ist für 2028 geplant, aber nicht garantiert.